Ehrenamtliche Erwachsene leisten bei Problemen Hilfe

Alt hilft Jung. Erfahrene Erwachsene kümmern sich ehrenamtlich um Jugendliche zwischen 15 und 24 Jahren, die Probleme in der Schule oder beim Übergang ins Berufsleben haben.“ Das schrieb der Gießener Anzeiger im Februar über ein Projekt, das jetzt etwa drei Jahre alt ist. „Gerade die jungen Leute sind die Verlierer der Wirtschaftskrise“, meinte Richard Kunkel von der katholischen Betriebsseelsorge, dem Träger dieses Zusammenschlusses vollkommen ehrenamtlich tätiger „SymPaten".

Dabei ist die Idee ganz einfach: Wir, die „SymPaten“, geben unser Wissen und unsere Erfahrungen weiter an junge Menschen, die Probleme damit haben, die Schule abzuschließen, die in persönliche Krisen geraten sind oder die drohen, arbeitslos zu werden und wir setzen unsere Verbindungen ein für ein Gelingen des Berufseinstiegs. Dabei arbeiten wir strikt ausschließlich für benachteiligte junge Menschen und natürlich völlig kostenlos. Wir haben dazu viele Partner in das „Boot geholt“: das Jugendamt der Stadt, die Jugendwerkstatt, das Diakonische Werk, die Caritas und das evangelische Pfarramt für Gesellschaftliche Verantwortung, und die beiden Dekanate, das katholische und das evangelische sowie die Arbeitsloseninitiative.

 

Wer sind die SymPaten und  aus welchen Berufsgruppen kommen sie?

Dazu berichtet der Sprecher der Sympaten, Dr. Ulrich Hauschild:

"Im Mittelpunkt unserer Bemühungen stehen Nachhilfebetreuungen; deshalb sind der überwiegende Teil der SymPaten Lehrerinnen/und Lehrer; meist pensioniert. Dazu kommen Experten für Sozialrecht und für den Arbeitsmarkt sowie Psychologen Bisher haben sich 14 Personen ehrenamtlich zur Verfügung gestellt, aber ich hoffe, dass es bald 50 sind. Das Problem vieler junger Leute ist es, einen brauchbaren Schulabschluss zu schaffen. Dabei wollen wir helfen. An dieser Stelle sehen wir uns als Ergänzung bereits bestehenden Einrichtungen, keinesfalls als Konkurrenten.

Unsere Nachhilfeklienten haben wir teilweise zum Ziel geführt, die Schulzeit geht für einige zu Ende und erfreulicher Weise schließt sich zuweilen eine Ausbildungsstelle an. Wir haben zuweilen Einzelgespräche über Bewerbungsfragen geführt und werden dies weiter auf Anfrage tun, trainieren schriftlich und mündlich Bewerbungen und versuchen uns in „Berufsberatung“. Auch dies teilweise mit Erfolg, wie der Fall eines von uns zuvor trainierten Einstellungsverfahrens zeigt.

Es gibt allerdings  schmerzliche Lücken, denn wir könnten mehr Einzelbetreuungen, überwiegend Nachhilfe (Deutsch, Mathematik, Englisch) übernehmen, wenn wir mehr SymPaten hätten. Deshalb suchen wir, auch auf diesem Weg, neue SymPaten, also erfahrene Erwachsene, die mit uns noch mehr jungen Menschen helfen wollen.

Dazu jedoch gehören ganz wesentlich auch "betriebliche SymPaten", die wir schmerzlich vermissen und die wir jetzt zusätzlich zur Mitarbeit gewinnen wollen. Es wäre schön, wenn wir jungen Menschen sagen könnten, dass sie auch einmal mit einem Experten/einer Expertin aus bestimmten Berufen und Tätigkeiten sprechen können, die ihnen dann auch noch einmal einen Tag lag oder eine Woche lang betrieblichen und beruflichen Alltag bieten können."

 

 

Welche Hilfen bieten die SymPaten an?


Hilfe bei schulischen Problemen

 

  • Gespräche mit Lehrer/innen

  • Bildung: Möglichkeiten von Gesprächen mit erfahrenen Menschen zu Alltagsproblemen, Fragen von Bildung und Kultur, konkrete Projekte der Freizeitgestaltung, um den jungen Menschen einen Partner zu bieten, der auch jenseits konkreter Problemlagen einfach „Freund“ ist

  • Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfe – Organisation und Weitervermittlung an Mitglieder unserer „Arbeitskreises“

  • Ansprechpartner für schulische Probleme einfacher Form

 

Hilfen beim Übergang von Schule in Beruf bis zu einem halben Jahr nach Ausbildungs- bzw. Arbeitsbeginn. 

 

  • Begleitung und Hilfe in Fragen von Ausbildung und Berufstätigkeit

  • Übergangshilfen Schule/Beruf – Ratschläge, konkrete Vermittlung in Ausbildung oder Praktikum, Gespräche mit potentiellen Ausbildungsbetrieben, Begleitung in der ersten Zeit der Ausbildung bzw. Berufstätigkeit

  • Bewerbungen üben, konkret erstellen – einzeln oder in Gruppen

  • Auch Einzelbetreuung ist möglich.

 

Hilfe bei Krisen: Beratung, psychologische Betreuung

 

  • Beratung und Hilfestellung bei Kontakten zu Behörden, Hinweise bei Fragen der Antragstellung im Bereich des Sozialgesetzbuches und in Fragen der Bewältigung des Alltags bzw. Vermittlung einer solchen Beratung

  • Sozialberatung teilweise selbst, sonst Weitervermittlung. Im wesentlichen Antragstellung und Begleitung zur Antragsabgabe

  • Gespräche mit erfahrenen und therapeutisch ausgebildeten Psychologen: Einzelgespräche/Gruppenveranstaltungen mit den jungen Menschen. Ggf .kann dies nur der ersten Kontaktaufnahme dienen; Hauptaufgabe dürfte die Vorbereitung einer qualifizierten Weitervermittlung sein. Z.B. Gruppengespräche und Sitzungen mit Psychologen zur Unterstützung der Maßnahmen zur Verbesserung der schulischen Situation – ggf. Nachhilfe begleitend

  • Vermittlungsinstanz zu weiterführenden Beratungsstellen

  • Begleitung zu schwierigen Terminen bei Behörden u.ä.